Katholische Hetze gegen Schwule in Missbrauchsdebatte
Ehemaliger kreuz.net-Autor Hubert Hecker hat wieder zugeschlagen
Hubert Hecker ist kein Unbekannter: Er schrieb einst für das berüchtigte Hetzportal kreuz.net. Das gibt es nicht mehr, jetzt verspritzt Hecker (dessen Texte man auch auf dem Blog der erzkonservativen Demo für alle findet) sein homophobe Gift auf katholisches.info.
„Etwa 50 Prozent homosexuelle Täter sind für rund 80 Prozent der Mißbräuche verantwortlich“, schreibt er dort in einem Gastbeitrag, der sich vermutlich wie ein Beitrag zur aktuellen Missbrauchsdebatte innerhalb der katholischen Kirche lesen lassen soll. Tatsächlich arbeitet er mit teils alten Zahlen, vollführt hanebüchene Rechenkunststücke und, was das Schlimmste an seinen Ausführungen ist: Er setzt Pädophilie mit Homosexualität gleich.
In der Missbrauchsdebatte geht es dem Autor nicht um Aufklärung Mannschaft bat Konstantin von Notz um eine Einschätzung des Artikels. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen und Beauftragter für Religion und Weltanschauungen teilte uns mit: „Wer Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt, hetzt in unerträglicher Weise. Wer derart polemisiert, zeigt, dass es ihm nicht um die dringend notwendige weitere Aufklärung dieser schrecklichen Taten, das schnellstmögliche Abstellen der Strukturen, die dazu führten, dass diese geschehen konnten und schon gar nicht um die notwendige Hilfe für die Betroffenen, sondern allein darum geht, krude homophobe Thesen auf dem Rücken der Opfer zu verbreiten“, so von Notz.
Es handelt sich nicht um homosexuelle Taten
Ähnlich argumentierte bereits zuvor der Münchener Generalvikar Peter Beer im Münchner Kirchenfernsehen. Er hatte dort daraufhin gewiesen, dass „alle Fachleute“ darin übereinstimmten, „dass es sich bei solchen Missbrauchsfällen weniger bzw. gar nicht um homosexuelle Taten bzw. homosexuelle Beziehungen handelt“. Vielmehr seien diese Taten „Ausdruck einer unreifen Sexualität“, bei der in einer Art „Übersprungshandlung solche Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffe auch im Grade des Verbrechens stattfinden“.
Die Webseite kreuz.net war durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Deutschland indiziert und von Verfassungsschutzbehörden in Deutschland und Österreich beobachtet worden. Ende 2012 wurde kreuz.net abgeschaltet. Hecker, damals im Bistum Limburg als Religionslehrer tätig, gehörte zu den Autoren. Das Bistum erklärte am Donnerstag gegenüber Mannschaft, Hecker arbeite mittlerweile nicht mehr dort.
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