Für Vielfalt & Toleranz: Michael Kauch (FDP) kandidiert für EU-Parlament
Er wurde am Sonntag in Berlin allerdings nur auf den 8. Listenplatz gewählt
Die Liberalen wählten am Sonntag in Berlin ihre Kandidat*innen für die Europawahl und beschlossen ihr Wahlprogramm. Der offen schwule FDP-Politiker Michael Kauch wurde auf Platz 8 gewählt. «Nicht sicher, aber aussichtsreich», wie er gegenüber MANNSCHAFT erklärte.
Kauch wolle ein Europa der Freiheit, ein Europa, in dem jeder leben kann, wie er möchte, umriss der 51-Jährige seine Ziele in einem Bewerbungsvideo, das er am Samstag bei Facebook veröffentlicht hatte. «Ich möchte ein Europa der Werte, in dem wir für Vielfalt, Toleranz und Menschenrechte streiten.» Er wollte das Gute in Europa bewahren und das, was noch nicht gut ist, verbessern, auch im Interesse der Generation seiner Tochter.
Der 8. Listenplatz ist keineswegs sicher, aber Kauch gibt sich zuversichtlich. Umfragen sehen die FDP derzeit bei 8 bis 10 %. Bei 8 % ziehe sein Listenplatz, so Kauch. Die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer ist Spitzenkandidatin. Die 49-Jährige wurde auf dem Europaparteitag der Liberalen mit knapp 86 Prozent gewählt. Auf Platz 4 landete der ebenfalls offen schwule Landtagsabgeordnete aus NWR, Moritz Körner.
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Bereits im November war die Bundesmitgliederversammlung der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) in Frankfurt zusammengekommen, wo Kauch den Leitantrag zur Europawahl einbrachte und forderte, in der Aussenpolitik der EU müssten LGBTI-Menschenrechte eine grössere Rolle spielen.
Mehr Rechte für Regenbogenfamilien Kauch, seit 2013 Vater eines Mädchens, setzt sich zudem für die Rechte von Regenbogenfamilien ein – und will die Voraussetzungen für ihre Gründung verbessern. So fordert seine Partei in der Frage der Reproduktionsmedizin eine Änderung der Rechtslage. Die Freien Demokraten haben sich sowohl für die Zulassung der Eizellspende wie auch der nicht-kommerziellen Leihmutterschaft ausgesprochen.
Seit 2013 ist der frühere Bundestagsabgeordnete aus Dortmund Chef der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL). Von 2016 bis 2018 war er Vorsitzender des Völklinger Kreis, dem Berufsverband schwuler Führungskräfte.
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