Fortsetzung von «Vier Minuten» eröffnet Hofer Filmtage
Jenny (Hannah Herzsprung) wird nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen
Hof wird alljährlich Ende Oktober zu einem der wichtigsten Treffpunkte der deutschen Filmbranche. Eröffnet werden die Filmtage mit «15 Jahre» von Chris Kraus, der Fortsetzung von «Vier Minuten».
In einer krisenhaften Zeit wollen die Hofer Filmtage in diesem Jahr das Kino als Ort der Emotion und des Zusammenkommens feiern. Kino sei «gerade jetzt» wichtiger denn je, sagte Festivalleiter Thorsten Schaumann vor dem Start der Veranstaltung ganz im Norden Frankens. «Was wir hier erleben, erleben wir gemeinsam. Wir sehen, dass wir eine Gemeinschaft bilden.»
Eröffnet wird die 57. Ausgabe der Filmtage am kommenden Dienstag mit «15 Jahre» von Chris Kraus – es ist die Fortsetzung von «Vier Minuten». Dieser Film feierte 2006 Premiere in Hof. Und darum geht es: Pianistin Jenny (Hannah Herzsprung) sitzt 15 Jahre im Gefängnis wegen eines Mordes, den sie nie begangen hat. Als sie freikommt, erfährt sie, dass ihre Jugendliebe, die für die Haft verantwortlich ist, ein gefeierter Star geworden ist. Das Bedürfnis nach Rache wächst.
«Nicht nur sie selbst, auch ihre inneren Dämonen sind plötzlich frei», heisst es in der Ankündigung vom Freitag. Es sei ein Liebesdrama über den Kampf mit sich und der Welt.
«Vier Minuten», in dem Monica Bleibtreu (1944-2009) die Klavierlehrerin Traude Krüger spielte, gewann zahlreiche Trophäen. Darunter den Deutschen Filmpreis, den Bayerischen Filmpreis – u.a. für die Beste Hauptdarstellerin Bleibtreu und die Beste Nachwuchsdarstellerin Herzsprung, auch beim Reykjavík International Film Festival wurde er als Bester Spielfilm prämiert.
Krüger ist in dem Film «Vier Minuten» 80 Jahre alt und gibt Klavierstunden im Frauenknast Luckau. Die Musik ist ihre Passion – und ein Ausweg aus einer kalten brutalen Welt. Lebenslang musste sie ihre lesbischen Neigungen unterdrücken. Ihre grosse Liebe wurde zudem von den Nazis im Krieg hingerichtet. Was ihr blieb, war die Musik.
Die Fortsetzung wurde in Zossen, Berlin, Wien, Nürnberg und Luxemburg gedreht. Kraus schrieb auch das Drehbuch für den Film. Zu sehen sind unter anderem Hannah Herzsprung, Hassan Akkouch, Albrecht Schuch, Adele Neuhauser und Stefanie Reinsperger.
Es folgen in Hof bis zum 29. Oktober zahlreiche weitere Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme von nationalen und internationalen Regisseurinnen und Regisseuren. Traditionell zum Hofer Programm gehört auch eine Retrospektive. Sie ist diesmal Maria Schrader gewidmet. Die Festivalfilme gibt es nicht nur in den Hofer Kinos zu sehen, sondern auch auf einer Streaming-Plattform deutschlandweit.
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