Wegen LGBTIQ-Fussgängerstreifen: Massiver Hass trifft Schule
Die Londoner Woodside High School wird zu Beginn des «LGBT History Month» mit homophoben Reaktionen konfrontiert.
Die Woodside High School in London feierte den Beginn des «LGBT History Month» mit einem regenbogenfarbenen Fussgängerübergang. Als Reaktion erhielt die Schule über 200 beleidigende Nachrichten – doch die Verantwortlichen lassen sich davon nicht beeindrucken.
Die Londoner Woodside High School verkündete vor einigen Tagen auf Twitter stolz, dass sie die erste Schule Grossbritanniens sei, die einen LGBTIQ-Fussgängerstreifen habe. Der Fussgängerstreifen in Regenbogenfarben ist Teil des «LGBT History Month».
Dieser wird in Grossbritannien, anders als etwa in den USA, nicht zusammen mit dem Coming Out Day am 11. Oktober, sondern im Februar gefeiert. Die Londoner Schule dekorierte zu diesem Zweck das ganze Gebäude mit Regenbogenfahnen und organisierte Workshops zum Thema.
Über 200 beleidigende Nachrichten Doch das Feiern von Liebe und Toleranz an der Woodside High School gefiel nicht allen. Wie die Schule mitteilte, seien bisher über 200 beleidigende Nachrichten eingegangen. Die Schule schrieb auf Twitter: «Das mag einige Leute schockieren, doch für die LGBTQI-Community sind Drohungen, Aggressionen und Hass eine alltägliche Erscheinung.»
Die Schule machte jedoch klar, dass nicht Lehrer*innen, Schüler*innen oder Eltern für die Hassbotschaften verantwortlich seien. Wie ein Sprecher gegenüber BBC News sagte, sind die betreffenden Personen auf keine Weise mit der Schule verbunden. Im Gegenteil seien von Eltern und Betreuer*innen eine überwältigende Zahl an positiven Rückmeldungen eingegangen.
Ein deutliches Ja zum Schutz vor Hass
Schule lässt sich nicht beirren Schulleiter Gerry Robinson sagte, dass diese Nachrichten die Verantwortlichen nicht davon abbringen können, weiter für Gleichheit einzustehen. Vielmehr bestärke es die Schule in ihrem Vorhaben.
«Dieser Regenbogen-Fussgängerstreifen steht für unseren Einsatz für Gleichheit, für das Recht unserer Kinder respektiert zu werden und die beste Version von sich selbst werden können, in der Schule und darüber hinaus», sagte Robinson weiter.
Berlin erhält Stolperstein für schwules NS-Opfer
Keine neue Erfindung Regenbogenfarbene Fussgängerstreifen als Zeichen für mehr Toleranz finden sich weltweit und sind keine Erfindung der Londoner Schule. Die Stadt Orlando baute 2017 in Erinnerung an die Opfer der Schiesserei im Nachtclub «Pulse» LGBTIQ-Fussgängerstreifen (MANNSCHAFT berichtete). Für dessen Errichtung sorgte eine Onlinepetition, die über 2’700 Menschen unterzeichneten.
Vor zwei Jahren sorgten homophobe Vandalen an einem Fussgängerübergang in Paris für Ärger. Sie übermalten einen regenbogenfarbener Fussgängerstreifen mit den Worten «LGBT raus aus Frankreich!» (MANNSCHAFT berichtete). Wenigstens vor Vandalismus blieb der Londoner Fussgängerstreifen bisher bewahrt.
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