Umfrage der Woche: Mit wem teilst du deine Sorgen?
Viele Menschen empfinden angesichts des Krieges in der Ukraine ein Ohnmachtsgefühl
Wer jemanden zum Reden braucht, kann bei der Telefonseelsorge anrufen. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine nimmt dieses Thema bei der Beratung grossen Raum ein. Mit wem teilst du deine Sorgen?
Wegen des Kriegs in der Ukraine rufen viele Menschen bei der Telefonseelsorge an. Nahezu jedes fünfte Gespräch drehe sich um dieses Thema, sagte Ludger Storch, Leiter der Telefonseelsorge Bochum, der Deutschen Presse-Agentur. Etwa ein Drittel dieser Anrufer*innen äusserten starke Ängste oder hätten Panikattacken, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Statistik.
«Hauptsächlich geht es dabei um die Angst, dass der Krieg auch zu uns herüberkommt und unser Leben zerstört», sagte Annelie Bracke, Leiterin der katholischen Telefonseelsorge in Köln. Manche Anrufer*innen hätten konkrete Bilder vor sich, etwa dass ihre Wohnung zerbombt oder ihre Liebsten getötet werden könnten. «Viele empfinden ein Ohnmachtsgefühl, weil sie nicht wissen, wie sich der Krieg weiterentwickelt.» (Planet Romeo hat eine Gruppe mit dem Titel «Shelter for Ukraine» gestartet – und der Erfolg ist riesig – MANNSCHAFT berichtete).
Bei den Anrufern handele es sich um Menschen jeden Alters, sagte Bracke. Es seien viele jüngere Menschen, die Zukunftsängste hätten, teilweise aber auch ältere Leute, die sich nun an eigene Kriegserlebnisse erinnert fühlten.
Und nun zu unserer Umfrage:
Brauchst du Hilfe? Wende dich in der Schweiz telefonisch an die Nummer 143 oder schreibe an die Berater*innen von Du-bist-Du.ch. In Österreich hilft die HOSI Wien (zu Büroöffnungszeiten) unter (+43) 660 2166605, das Kriseninterventionszentrum oder für LGBTIQ die psychosoziale Beratungsstelle Courage. In Deutschland gibt es die Notfall-Nummer 19446, zudem hilft u.a. der Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie, in Städten wie Köln kann man sich an Rubicon wenden.
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