Schwedischer Superstar Darin Zanyar: «Ich bin schwul»
Der Sohn kurdischer Eltern ist einer der erfolgreichsten Künstler des Landes
Darin Zanyar betrat im zarten Alter von 16 Jahren die Konzertbühnen und entwickelte sich zum König des Pops in Schweden. Nun hat er sich als schwul geoutet.
In einem Instagram-Post erklärte der heute 33-Jährige, als Kind kurdischer Eltern in Schweden, geboren, vor seinen über 114.000 Follower*innen: «Ich bin stolz, schwul zu sein».
Zanyar wurde in Schweden berühmt, nachdem er 2004 in der ersten Staffel der Castingshow IdolZweiter geworden war. Mit sieben Nummer-1-Alben stieg er zu einem der meistverkauften Künstler des Landes auf. Im Jahr 2010 komponierte er für die königliche Hochzeit von Victoria von Schweden und Daniel Westling den Song «Can’t Stop Love», beim zweiten Semifinale des Eurovision Song Contest in Malmö 2013 (wo nächstes Jahr World Pride gefeiert wird) trat er im Pausenprogramm auf.
«Alle auf der Welt sollten stolz sein können und akzeptiert dafür, wer sie sind», schrieb er am Montag bei Instagram. «Ich weiss, wie schwierig es sein kann. Hat eine Weile gedauert, aber ich bin stolz, schwul zu sein. Happy Pride!»
Zanyars Ankündigung sorgte für Aufsehen in der queeren Community Kurdistans. Viele lobten den Mut des Sängers. Zumal sich kurz zuvor auch die niederländisch-kurdische Sänger Naaz, ebenfalls via Instagram, als Mitglied der LGBTIQ-Community geoutet hatte.
Sie habe seit letztem Sommer endlich die Freiheit, ihr Leben in vollen Zügen zu leben. «Ich fand heraus, dass ich mehr liebe, als ich wusste», schrieb sie. «Ich denke, ich könnte mich buchstäblich in jeden verlieben», so Naaz weiter und fügte in einem Kommentar hinzu. «Der Schlüssel zum Überleben als Person im Nahen Osten ist, so kryptisch wie möglich zu sein.»
Im Juni hatte Pablo Alborán ebenfalls Instagram gewählt, um sich dort zu outen – er gilt als erfolgreichster Musiker Spaniens der Gegenwart. Er freue sich darauf, «ein bisschen glücklicher» zu werden, verkündete er (MANNSCHAFT berichtete).
Das könnte dich auch interessieren
Boris Palmer soll sich bei LGBTIQ-Community entschuldigen
Der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen in Tübingen geht auf Distanz zu Oberbürgermeister Palmer. Der müsse stärker auf seine Wortwahl achten, fordern sie.
«Ein Coming-out sollte keine grosse Schlagzeile mehr sein»
In seinem ersten biografischen Buch erzählt Moderator Martin Tietjen „Geschichten, die man eigentlich nicht erzählen sollte“ – über sein erstes Mal, sein Debüt im Darkroom und das Coming-out.
Rosa von Praunheim dreht Film über schwulen Serienmörder
Die Dreharbeiten zum Film «Teuflische Tropfen», der bisher als «Tödliche Tropfen“ angekündigt war, sind abgeschlossen, der Regisseur will ihn auf der Berlinale 2019 zeigen.
Bisher grösste Jerusalem Pride – trotz Gegendemos
Vor drei Jahren hatte ein strengreligiöser Jude bei der Parade eine 16-Jährige erstochen. Diesmal blieb es ruhig. Aber es gab Gegendemos.