Regenbogenfahnen an Amtsgebäuden – nicht nur im Juni!
Das sind die Wiener Events und Forderungen zur Global Pride
Die Global Pride findet am 27. Juni statt. Schon jetzt sind in Wien die Strassenbahnen mit den Regenbogenfahnen unterwegs. Für Amtsgebäude möchte man eine ganzjährige Genehmigung erreichen.
Die Veranstaltungen rund um die Global Pride werden im Corona-Jahr 2020 in ganz anderer und neuer Form ausgerichtet. Höhepunkt wird ein weltweites Live-Stream-Event am 27. Juni sein. In Wien findet an diesem Tag der Regenbogen-Corso rund um die Ringstrasse statt und Wiener Schulen sowie Strassenbahnen werden mit Regenbogenfahnen geschmückt.
Mehrere LGBTIQ-feindliche Schmierereien in Hannover
Der Verein Queer Dance im Gemeindebau, eine Tanzveranstaltung, die das Thema LGBTIQ in die Aussenbezirke bringt, und die SPÖ Simmering-Themensektion SoHo Simmering, österreichweit die einzige LGBTIQ-Organisation auf Bezirksebene, haben sich gemeinsam rund um die Global Pride einiges überlegt, um den Anliegen der Community der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, inter und trans Personen sowie Heteros eine kräftige Stimme zu verleihen. Unter dem Motto Für Vielfalt, Respekt und Freude am Leben. Zusammen sind wir Simmering wurde eine Patenschaft für die Regenbogenstrassenbahn 11 übernommen und auf einer Plakatserie festgehalten.
Karin Erhart, Vorsitzende des Vereins Queer Dance im Gemeindebau, freut sich über die vielen Fahnen mit den Farben des Regenbogens im öffentlichen Raum: «Zwischen 8. Juni und 8. Juli sind die Strassenbahnen in Wien mit den Regenbogenfahnen unterwegs. So wird die Sichtbarkeit von LGBTIQ-Menschen in ganz Wien erhöht und als Simmeringer Institutionen ist es eine grosse Ehre, Pate für die Fahnen auf der Strassenbahnlinie 11 zu sein.»
Tina Gabriel macht sich insbesondere für Massnahmen zur Vorbeugung und dem Abbau von Vorurteilen stark: «Als Obfrau der GayCopsAustria unterstütze ich die SoHo Simmering, um als lesbische Polizistin zur Sichtbarkeit der LGBTIQ-Community beizutragen und damit Vorurteile abzubauen. Dadurch setzen wir auch ein Zeichen der Vielfalt und tragen zur Gewaltprävention bei.»
Zwar würden rund um die Global Pride 2020 Wiener Schulen und Strassenbahnen mit den Regenbogenfahnen geziert, aber das Hissen der Regenbogenfahne auf den Wiener Amtsgebäuden bleibe dem good-will der jeweiligen Entscheidungsträger überlassen. Isabella Willrader, Vorsitzende der SoHo Simmering, will hier eine vereinfachte Regelung erreichen:
«Die jeweiligen Vorschriften müssen es grundsätzlich immer ermöglichen, die Regenbogenfahne zu hissen. Ich finde es traurig, dass für die LGBTIQ-Community wichtige Events wie die Global Pride nicht automatisch das Aufziehen der Regenbogenfahnen auf den Amtsgebäuden erlauben.»
Kürzlich gab es in Sachsen dazu mal wieder Streit: Die Justizministerin hatte die Flagge gehisst und dies auch vorher angekündigt. Ein Bürger wollte das gerichtlich verhindern lassen (MANNSCHAFT berichtete).
Gemeinsam werden Vertreter der SoHo Simmering und von Queer Dance im Gemeindebau am kommenden Samstag mit dem Auto am Regenbogen Corso (MANNSCHAFT berichtete) rund um die Wiener Ringstrasse und den Franz-Josefs-Kai teilnehmen.
Cybersex, Cuba & Corona – das bringt die 100. MANNSCHAFT-Ausgabe
Der Wagen wird mit den Statements Für Vielfalt, Respekt und Freude am Leben. Zusammen sind wir Simmering und der Forderung Amtsgebäude sollen immer die Möglichkeit haben, die Regenbogenfahne zu hissen. Nicht nur im Juni! beklebt und mache so die beiden wichtigsten Anliegen ganz deutlich sichtbar, heisst es in einer Pressemitteilung.
Das könnte dich auch interessieren
Boris Palmer soll sich bei LGBTIQ-Community entschuldigen
Der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen in Tübingen geht auf Distanz zu Oberbürgermeister Palmer. Der müsse stärker auf seine Wortwahl achten, fordern sie.
Rosa von Praunheim dreht Film über schwulen Serienmörder
Die Dreharbeiten zum Film «Teuflische Tropfen», der bisher als «Tödliche Tropfen“ angekündigt war, sind abgeschlossen, der Regisseur will ihn auf der Berlinale 2019 zeigen.
Bisher grösste Jerusalem Pride – trotz Gegendemos
Vor drei Jahren hatte ein strengreligiöser Jude bei der Parade eine 16-Jährige erstochen. Diesmal blieb es ruhig. Aber es gab Gegendemos.
Lesben homophob beleidigt und mit Bierglas verletzt
Ein 35-jähriger Mann soll einer der Frauen ein Bierglas an den Kopf geschlagen haben, sie erlitt eine Kopfplatzwunde und kam ins Krankenhaus.