«Du Homo!» – Familienministerin sagt Mobbing den Kampf an
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Mobbing gegen ausländische, jüdische oder auch queere Schüler bekämpfen. Zwar ist Schule in Deutschland Ländersache, der Bund könne aber unterstützen, so die Ministerin gegenüber der „Berliner Zeitung“. Darum schicke man anlässlich des neuen Schuljahres Anti-Mobbing-Profis bzw. „Respekt Coaches“ an die Schulen. Bundesweit sind sie an 168 Standorten im Einsatz: Sozialarbeiter*innen, die sich jenseits des Unterrichts mit Konflikten auseinandersetzen und mit Schüler*innen arbeiten.
„Wenn jemand andere mit „du Jude“, „du Opfer“, „du Moslem“, „du Homo“ oder „du Nazi“ beschimpft, darf man das nicht als Pausengespräch abtun“, so Giffey gegenüber der Zeitung. Solche Vorfälle müssten besprochen und aufgearbeitet werden.
Noch immer gehören „Schwuchtel“ oder „schwule Sau“ zu den beliebtesten Schimpfworten auf deutschsprachigen Schulhöfen. Bei einer MANNSCHAFT-Umfrage zum Thema Coming-out an der Schule gab jede*r dritte User*in an, er bzw. sie behalte die eigene sexuelle Orientierung bzw. die geschlechtliche Identität lieber für sich.
Selbstmord nach Mobbing
Im US-Bundesstaat Colorado hat sich kürzlich ein neunjähriger Junge das Leben genommen. Mitschüler hatten Jamel nach seinem Coming-out das Leben zur Hölle gemacht. „Die Kinder an der Schule sagten ihm, er solle sich umbringen”, sagte die Mutter Leia Pierce am Dienstag gegenüber zu Lokalmedien. Ihr Sohn habe daraufhin am vergangenen Donnerstag zu Hause in Denver Suizid begangen. Die Grundschule teilte daraufhin mit, sie biete den Schülern nun psychologische Beratung an. Jamels Mutter forderte, Mobbing im Klassenzimmer müsste härter bestraft werden.
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